Mit Fett abnehmen?

Es klingt paradox, aber es stimmt. Eine bestimmte Fettsubstanz im Körper regt den Stoffwechsel an, wärmt den Körper und man nimmt ab. Es handelt sich um „braunes Fett“. „Ursprünglich dachte man, dieses nützliche Fett findet sich nur bei Säuglingen. Mittlerweile weiß man, dass es auch im erwachsenen Körper vorkommt – aber nur in sehr geringen Mengen. Und der Anteil ist individuell sehr verschieden, schlanke Menschen haben in der Regel mehr davon.“* Forscher der Universität California schreiben dem braunen Fett eine große Wirkung zu. Denn dieses braune Fett ist laut den Wissenschaftlern in der Lage weißes Fett abzubauen.** Das hieße, man nimmt ab. Die Suche nach einem wirkungsvollen Medikament war allerdings bisher vergebens.

Das braune Fett erzeugt Wärmeenergie und verbrennt deshalb das weiße Fett. Man kann sich zum Beispiel bewusst der Kälte aussetzen – im Winter wenig anziehen oder im Sommer die Klimaanlage runterkühlen. Diese Varianten sind aber auch mit Gesundheitsrisken verbunden und deshalb nicht wirklich ratsam. Kalte Duschen oder regelmäßige Kneippanwendungen könnten einen Beitrag leisten – die Effekte werden sich aber in Grenzen halten. Deshalb suchen die Forscher nach einem Medikament.

Bei einer Übergewichtsquote von 50 Prozent geht es auch ums Geschäft. Am besten wäre es für die Wirtschaft, die Menschen würden viel essen und mit teuren Medikamenten wieder abnehmen. Der Leiter des Instituts für psychologisches Abnehmen, Dr. Karl Isak, nimmt dazu eine andere Position ein: „Das Essverhalten wird über neuronale Prozesse gesteuert und diese wiederum werden erlernt. Richtiges, gesundes Essen muss also im Gehirn geprägt werden. Dann braucht man keine Diäten, keine Medikamente und keine Schlankheitskuren mehr. Auch das braune Fett hätte keine weißes mehr zu verbrennen, weil nur mehr das da wäre, was der Körper wirklich braucht.“ Isak bietet mit seinem Institut ein Programm an, das nachhaltige Schlankheit durch neue Muster im Gehirn schafft.

 

*Quelle: http://science.orf.at/stories/2820286/
**Quelle: http://www.cell.com/cell-reports/pdfExtended/S2211-1247(16)31769-7
Foto: pixabay – gefrorene _wand CC0 – nature-203939_1920

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