Krebs durch Übergewicht

 

Fettleibigkeit fördert gemäß Studien die Entstehung von Krebs

Übergewicht wird oft als typische Managerkrankheit dargestellt. Natürlich gibt es viele Gelegenheiten und Verführungen, wenn man in bestimmten Berufen bzw. in bestimmten Positionen tätig ist. Geschäftsessen gehören zum Alltag, Einladungen ebenso. Da gibt es meist nicht nur gutes, sondern auch sehr reichliches Essen und der gute Tropfen Wein ist gesellschaftlicher Standard. Meist ist der Rest des Tages mit weiteren Terminen und  Arbeit ausgefüllt, so dass für einen sportlichen Ausgleich oft wenig Zeit bleibt. Kein Wunder also, dass Manager und Selbstständige oft mit Übergewicht zu kämpfen haben. Dieses kann nun schlimme Folgen haben.

Die fette Gefahr

Unter diesem Titel berichtete erst kürzlich „Die Zeit“ über neueste Studien und über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Gefahr, leichter an Krebs zu erkranken. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat herausgefunden, dass Dicke viel häufiger an Krebs erkranken als Dünne. „Echtes Übergewicht ist ein sehr wichtiger Faktor für Krebs insgesamt und für bestimmte Krebsarten im Besonderen“, meint der Epidemiologe Rudolf Kaaks in „Die Zeit“. Man geht davon aus, dass alleine in den USA rund 115.000 Menschen an einem durch Fettsucht hervorgerufenen Tumor sterben. Auch in Deutschland und Österreich werden zwischen 20 und 50 Prozent vieler Krebsarten dem Speckgürtel zugeordnet.

Krebsrisiko Nummer 1

Noch gilt das Rauchen als höchster Risikofaktor, an Krebs zu erkranken. Der Krebsforscher Otmar Wiestler ist davon überzeugt, dass „Fettleibigkeit als Krebsursache mindestens so ernst  zu nehmen ist wie das Rauchen.“ Nachdem Rauchen immer mehr out ist aber gleichzeitig das Lustessen immer stärker zunimmt, könnte das Übergewicht schon bald zum Krebsrisiko Nummer 1 avancieren.

Forscher uneinig

Dass Übergewicht und insbesondere Fettleibigkeit nicht gesund sein können, leuchtet eigentlich ein. Nun gibt es aber auch Studien, die zeigen, dass das nicht immer so ist. So erholen sich laut einer im „Archives of Surgery“ veröffentlichten Studie Übergewichtige nach Operationen wesentlich schneller als Normalgewichtige und das Risiko, nach einem operativen Eingriff zu sterben, ist für Dickleibige geringer. Außerdem: Laut einer Studie, die im Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht wurde und die auf über zwei Millionen Sterbefällen beruht, haben Übergewichtige kein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zu sterben. Fettleibige haben allerdings sehr wohl ein höheres Risiko, ihr Ende an einem Krebsleiden zu finden.Der Maßstab für die Einschätzungen der Forscher ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Die amerikanische Studie geht davon aus, dass Normalgewichtige bis BMI 25 und Übergewichtige bis BMI 30 kein erhöhtes Risiko tragen. Die deutschen Forscher sprechen allerdings schon ab einem BMI von 24 von einem erhöhten Risiko. Das würde zum Beispiel einen 184 großen Mann mit 85 Kilogramm betreffen.

Verschiedene Krebsarten betroffen

Die Forscher gehen bei folgenden Krebsarten von einem gesicherten Zusammenhang zwischen Übergewicht und Erkrankung aus: Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie Krebs in der Speiseröhre und in der Gebärmutterschleimhaut. „So gilt in der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Übergewicht als Ursache, beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen nach heutigen Schätzungen etwa 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit“, sagt der Epidemiologe Prof. Dr. Rudolf Kaaks.

Verstecktes Fett als große Gefahr

Das so genannte viszerale Fett halten Forscher für eine große Gefahr. Das sind kleine Fettpolster, die sich im inneren Bauchraum zwischen den Organen bilden und überhaupt nicht auffallen. Dieses Fett soll angeblich – die Beweise stehen allerdings noch aus – krebsfördernde Botenstoffe in den Körper pumpen und steigert, laut dem Krebsforscher Kaaks, das Risiko.

Sport schützt vor Krebs

Es gibt viele Studien, die bestätigen, dass regelmäßige Bewegung das Risiko, an Krebs zu erkranken, senkt. Erst kürzlich wurde wieder eine Studie veröffentlicht (Universität North Carolina), die deutlich macht, dass z.B. Frauen nach der Menopause ihr Brustkrebsrisiko durch Bewegung deutlich senken konnten. Dabei ist es nicht so wichtig, wie intensiv man Sport betreibt. Interessant sind auch die Ergebnisse einer Metaanalyse von 16 Studien, wonach Frauen, die trotz regelmäßiger körperlicher Aktivitäten einen BMI über 30 haben, ihr Brustkrebsrisiko nicht senken können. Damit werden die vorgenannten Studien bestätigt, dass Fettleibigkeit das Krebsrisiko steigert.

 

Foto: Fotolia_14117759_Monkey Business

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