Glückshormon Dopamin lässt uns zu viel essen

Viele Studien haben nachgewiesen, dass durch Essen das Antriebs- und Glückshormon Dopamin aktiviert wird. Dieser Botenstoff dockt in bestimmten Gehirnregionen an Rezeptoren an und es entsteht ein Wohlbehagen. Allerdings haben Forscher festgestellt, dass bei zunehmendem Gewicht immer weniger Rezeptoren aktiv sind und somit immer mehr gegessen werden muss, damit das Belohnungssystem anspringt. Ab einem Body-Mass-Index von etwa 30 müssen die Betroffenen also mehr essen.*

Für den Leiter des Instituts für psychologisches Abnehmen, DDDr. Karl Isak stellt sich die Aufgabe, übergewichtigen Menschen andere Dopaminreize zur Verfügung zu stellen, damit Essen nicht als Belohnung konditioniert wird. Wenn das schon passiert ist, dann muss laut Isak das Gehirn mit neuem „Belohnungsfutter“ versorgt werden – und damit sind keine Nahrungsmittel gemeint. „Bei Übergewichtigen funktioniert die alternative Dopamin-Stimulation schneller als bei Adipösen, weil mehr Rezeptoren zur Verfügung stehen. Aber gerade bei den Fettleibigen braucht es Alternativen zum Essen. Wir haben Methoden entwickelt, um über unbewusste Mechanismen die Dopaminproduktion anzukurbeln, so dass weit weniger gegessen werden muss.“

 

*Quelle: Annette Horstmann (2016): Zu viel ist nicht genug. In: Gehirn und Geist 2/2016
Foto: shutterstock_Zerbor 189943838

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