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Gesellschaftskrankheit „Essen“

Früher einmal war Essen beim Großteil der Menschheit eine Notwendigkeit, um die erforderliche Energie dem Körper zuzuführen. Die frühen Jäger erlegten ein Wild, schleppten es nach Hause und alle schlugen sich die Bäuche voll – bis wieder Hunger aufkam und das Ganze von vorne begann.

Eigentlich drehte sich über Jahrtausende das Leben in erster Linie ums Essen. Zwar war nicht wichtig, wie dieses aussah und wie es angerichtet wurde, wichtig aber war, dass genug da war, um sich selbst, die Familie oder seine Sippe zu ernähren.

Es gab immer schon Personen, die höherrangig waren und bedient wurden. So sind die Gelage der alten Römer oder der mittelalterlichen Ritter legendär und füllen Geschichten und Filme. Vielleicht finden wir hier die Vorläufer der heutigen kulinarischen Bedürfnisse. Auf jeden Fall essen wir heutzutage mehr als unser Körper benötigt – Essen wurde zu einem gesellschaftlichen Standard –es bedeutet weit mehr, als  Energiezufuhr.

Gut genährt zu sein, war auch einmal ein Statussymbol. Dies bedeutete, dass es einem gut ging und das durfte durchaus jeder sehen. Heutzutage zeigt sich ein Phänomen u. zw. dass Übergewicht in den obersten Gesellschaftsschichten kaum ein Problem darstellt – trotz vieler Essenseinladungen etc. –  sondern bei der Mehrheitsbevölkerung zutrifft, weil zuviel und falsch gegessen wird. Hier findet sich ein gesellschaftliches Problem, denn Essen kompensiert oft andere Defizite. Essen und Trinken vermitteln gesellschaftliche Zugehörigkeit, Anerkennung, das Gefühl, dabei sein zu können. Konsumation wird zur Ersatzhandlung und Ersatzbefriedigung, deren Ursache in der Tiefe der individuellen psychischen Situation liegt. Leider werden solche Handlungen bald konditioniert – also angelernt und zur Gewohnheit. Auch Körperzellen lernen und verlangen nach mehr.

Ist Übergewicht ein gesellschaftlich-psychisches Problem, dann muss wohl die Lösung in diesem Feld gefunden werden. Neben Medizinern und Ernährungsberatern wären also auch Psychologen und Psychotherapeuten aufgerufen, sich um das Übergewicht zu kümmern bzw. ist den Übergewichtigen anzuraten, die eigentliche Ursache ihrer zuvielen Kilos zu ergründen – denn zuviel Essen ist wohl nur ein Symptom einer Ursache, das zum Symptom Übergewicht führt. Wenn nun Veränderungen eintreten sollen, dann – und das ist wohl einleuchtend – müsste wohl an der Ursache gearbeitet werden, die man meist nicht von alleine erkennt.

 

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Viele Kilos zu viel – Volkskrankheit Übergewicht

Liest man die aktuellen Statistiken, kommen alarmierende  Zahlen zu Tage. Mehr als 40 % aller österreichischen Erwachsenen (3.200.000) sind übergewichtig bzw. fettleibig. Etwa 11 % der Österreicher (600.000) leiden an krankhaftem Übergewicht. Jedes vierte bis fünfte Kind ist zu dick. Mehr als 800.000 österreichische Kinder leiden an chronischer Fettsucht. Die Übergewichts-/Adipositashäufigkeit ist in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen. Übergewicht entsteht, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg mehr Energie in Form von Nahrung aufgenommen wird, als der Körper zum Beispiel durch Bewegung verbraucht. Letztendlich wird der Energieüberschuss in Form von Fett gespeichert, was zu einem erhöhten Körperfettanteil führt. Krankhaftes Übergewicht wird als Fettleibigkeit (Adipositas) bezeichnet.

Hungern als schneller Weg zum Wunschgewicht

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Essstörungen zu. Immer mehr – vor allem Jugendliche – haben Probleme mit ihrem Körpergewicht. So bezeichnet die Statistik ein Viertel der österreichischen Kinder unter 15 Jahren als zu dick.

Aber auch Magersucht und die Ess-Brechsucht (Bulimie)  betreffen immer häufiger Jugendliche. Dabei sind es nicht Jugendliche,  welche die Statistik als zu dick bezeichnet, sondern jene, die ein falsches Körperbild entwickeln. Ein solches wird nicht zuletzt durch die idealen Körper, die im Fernsehen und in der Werbung zu sehen sind, erzeugt. Jedenfalls spielt die Psyche dabei eine Rolle.

Im Zusammenhang mit dem Abnehmen wird oftmals nur der Begriff Diät genannt. Die Bezeichnung Diät wurde ursprünglich im Sinne von Lebensführung“/“Lebensweise“ verwendet. Diäten werden hauptsächlich aus zwei Gründen angewendet: erstens zur Gewichtsab- oder -zunahme, zweitens zur Behandlung von Krankheiten. Umgangssprachlich wird der Begriff zumeist gleichgesetzt mit einer Reduktionsdiät zur Gewichtsabnahme und bildet somit ein Synonym zur Schlankheitskur. Selten wird dabei ein Arzt oder ärztlicher Berater zu Rate herangezogen, sondern die Ernährung wird radikal umgestellt. Doch sind es meist nur der Verlust an Wasser und Muskelmasse, die uns einen schnellen Erfolg vorspielen und der sogenannte Jojo-Effekt ist vorprogrammiert.

Monika Eder, praktizierende Ernährungsberaterin in Wien Hietzing sagt dazu in einem Interview: „Eine anhaltende Gewichtsreduktion sollte immer mit einer sinnvollen Veränderung der Essgewohnheiten einhergehen. Auf keinen Fall darf die neue Lebensweise „Verzicht“ bedeuten, denn gut und gesund zu essen, sollte Spaß machen und Genuss bereiten.“ Spaß, Optimismus, Leichtigkeit – das ist es, was schön und schlank macht. Veränderung ist aber gemäß der Psychologin Dr. Lieselotte Fieber immer eine psychische Herausforderung und braucht somit auch psychologische Methoden.

Der Anti-Diät-Tag als Mahnung und Hilfestellung

Jedes Jahr im Mai findet der internationale Anti-Diät-Tag statt, der mit vielen Aktionen auf die „Sinnlosigkeit und Schädlichkeit“ von „Hungerkuren“ hinweist. Der Anti-Diät-Tag wurde aus Protest gegen den Schlankheitswahn von Betroffenen im Jahre 1992 ins Leben gerufen. Heutzutage wollen wir schön und schlank sein, aber immer weniger wollen das um jeden Preis. In vielen Ländern starten an diesem Tag Aktionen, die nicht nur die Sinnlosigkeit von Abmagerungskuren anprangern, sondern auch die gesundheitlichen Gefahren, die von harmloseren Mangelerscheinungen bis zu lebensgefährlichen Essstörungen reichen.

Die Befürworter des Anti-Diät-Tages sind überwiegend von Diäten enttäuscht und haben damit schlechte Erfahrungen gemacht. Das heißt aber  nicht, dass sie nicht abnehmen wollen. Das Protestverhalten im Rahmen des Anti-Diät-Tages zeigt, dass Abnehmen durch und durch ein psychologisches Thema ist, das aber (noch) nicht als solches gesehen wird.

Ursachenforschung ist besonders wichtig für gesundes Abnehmen

In vielen Berichten liest man, dass Übergewicht angeboren sei. Allerdings zeigen die Fotoalben unserer Vorfahren kaum übergewichtige Menschen. Die alten Schwarzweißbilder unserer Großeltern und Urgroßeltern kennen kaum fettleibige Menschen – sieht man von einigen Ausnahmen einmal ab.  Deshalb kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass Übergewicht in den seltensten Fällen angeboren ist,  vielmehr liegen die Ursachen im Lebenswandel, der vorgelebt wird oder in einem gravierenden Einschnitt im bisherigen Leben.

Das sind auch die Gründe, warum bei vielen  Menschen die klassischen Diäten nicht anschlagen und nicht den gewünschten Effekt bringen. Monika Eder meint dazu: „Ich nehme mir sehr viel Zeit für das Erstgespräch, denn oft ist es gar nicht nur falsches Essen, das die Probleme verursacht. Eine Gewichtsreduktion bedeutet auch immer eine Lebensstiländerung, ich gebe in meiner Beratung dazu Impulse, eingefahrene Gewohnheiten zu erkennen und Schritt für Schritt zu ändern. Ganz besonders wichtig ist mir dabei, dass meine Empfehlungen im Alltag meiner Klienten umzusetzen sind. Manchmal gehören dazu auch Gespräche mit den Angehörigen oder ein Telefonat mit dem Kantinenkoch.“ Denn nur durch die ganzheitliche Betrachtung wird ein erfolgreiches und gesundes Abnehmen möglich.

Die genetischen Argumente bekommen auch Nahrung dadurch, dass viele übergewichtige junge Menschen auch übergewichtige Eltern haben.  Die Psychologin Lieselotte Fieber sieht darin einen sozialisatorischen Effekt. „Die Eltern „leben“ den Kindern etwas vor und diese ahmen das Verhalten der Erwachsenen einfach nach. Mit der Zeit kann es durch Fehlernährung natürlich schon zu genetischen Veränderungen kommen – aber definitiv nicht innerhalb einer Generation. Vielmehr geben die Eltern oft ein schlechtes Vorbild ab.“ Die Kinder übernehmen sozusagen die Gewohnheiten der Eltern – auch beim Essen.

Aber auch die Erwachsenen sind das Produkt der Vorgenerationen. Bei diesen war Nahrung oft knapp und wertvoll, deshalb wurden viele dazu erzogen, alles, was auf dem Teller war, auch aufzuessen und das war immer zu viel und zu fett – gleichzeitig fehlte die harte körperliche Arbeit.

Die Gesellschaft ändert sich. Hier findet sich eine weitere Ursache für die Fettleibigkeit. Die Menschen werden körperlich weniger gefordert, bewegen sich auch weniger, nehmen aber kalorienreiche Nahrung zu sich. Der Körper ist einfach nicht mehr in der Lage, die zugeführte Energie zu verbrennen und speichert diese in den Zellen.

Nun haben sich aber auch die Nahrungsangebote verändert. Fast-Food-Produkte und Fertiggerichte gehören heute zum Standard. Spätestens seit dem Film „Super Size Me“ weiß man, dass regelmäßiger Fast-Food-Konsum nicht gesund sein kann. In Ländern, wo man besonders gerne solche Läden aufsucht, gibt es besonders viele Fettleibige. So zum Beispiel sind in Houston in Texas zwei Drittel der Bevölkerung übergewichtig und ein Drittel davon ist richtig fettsüchtig.

Die Psyche spielt bei Übergewicht und Fettleibigkeit ebenfalls eine große Rolle. Essen wird heute oft als Kompensation für seelische Leiden gesehen. Begriffe wie „Frustessen“ sind nicht grundlos entstanden, sondern haben eine nachvollziehbare Basis.

Nun gibt es auch Stoffwechselstörungen, die zu einem Zuviel an Kilos führen können. Das ist aber selten. Mögliche hormonell bedingte Ursachen für Übergewicht können eine Überfunktion der Nebennierenrinde, eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Hirntumor sein. Solche Einzelfälle, die nichts mit der Volkskrankheit „Übergewicht“ zu tun haben, stellen die Ausnahme dar und werden medizinisch abgeklärt.

Die Ursachen sind also großteils „hausgemacht“ und liegen in der Verantwortung der Betroffenen bzw. deren Erziehern. Nicht ganz schuldlos sind wohl auch die Hersteller von Nahrungsmitteln, die natürlich Geschäfte machen wollen und mit immer ausgeklügelteren Methoden versuchen, die Leute an die Regale und an die Restauranttische zu locken. Solche Methoden sprechen meist das Unbewusste an und es wird wohl immer schwieriger, sich dagegen zu wehren. In der Zwischenzeit argumentieren Firmen sogar schon mit der Gesundheit, wenn sie Kalorienbomben an Kinder verkaufen wollen. Dagegen gibt es auch Kampagnen. Allerdings: Kritische Medienberichte erscheinen einmal, aber die Werbung gibt es andauernd. Deshalb geben viele Eltern ihren Kindern immer noch eine vermeintlich „gesunde Jause“ – bei welcher man annimmt, dass sie wenig Kalorien hätte – mit, dabei ist das Gegenteil der Fall.

Übergewicht und Fettleibigkeit – der Unterschied

Ein paar Kilogramm zu viel bedeuten wohl noch nicht das große Problem. Auf jeden Fall hat das mit einer Krankheit noch nichts zu tun, wiewohl man danach trachten sollte, diese Kilos wieder loszuwerden. Es gibt aber sogar Forschungsergebnisse, die für ein Übergewicht sprechen. So ist die Gefahr, nach einer Operation zu sterben, etwas geringer, wenn man einige Kilogramm Reserven vorzuweisen hat. Aber solche Ereignisse passieren hoffentlich nur selten.

Übergewicht ist natürich nicht optimal, aber noch lange nicht so gefährlich wie Fettleibigkeit, die auch Fettsucht oder Adipositas genannt wird. Worin liegt nun der Unterschied zwischen Übergewicht und Fettleibigkeit: Die Antwort gibt der sogenannte Body-Mass-Index, der auch als BMI bekannt ist. Übergewicht fängt bei einem BMI von 25 an, die Adipositas, die als Krankheit gilt, beginnt bei einem BMI von 30.

Gefährlicher Bauchumfang

In letzter Zeit gibt es ein Umdenken beim Thema Übergewicht. Neueste Forschungen haben ergeben, dass nicht die isolierte Betrachtung von Übergewicht aussagekräftige Hinweise auf Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes liefern, sondern der Bauchumfang. Die Studien zeigen, dass die Reduktion des Umfanges um nur einen Zentimeter das Risiko für die genannten Krankheiten um fünf Prozent sinken lässt. Das Lipidforum austriacum empiehlt, dass der Bauchumfang bei Frauen unter 88 cm und bei Männern unter 102 cm liegen sollte.

Viele Profiteure

Übergewicht ist ein Wirtschaftsfaktor – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Da gibt es einmal die Produzenten der Lebensmittel, die sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um die Konsumenten bei Laune und bei Essen zu halten. Restaurants und Restaurantketten leben vom Essen in der Regel auch ganz gut. Nicht vergessen darf man die Marketing- und Werbebranche, welche die kulinarischen Besonderheiten vermarktet und in den Köpfen der Konsumenten präsent macht, so dass man sich dem Konsum nicht entziehen kann. Man stelle sich doch einmal vor, wenn wir nichts von Schokoriegeln, Milchshakes,  Torten, Hamburgern, Pommes Frites, Kartoffel-Chips und den vielen anderen verführerischen Angeboten wüssten, sondern uns einfach nur von Produkten aus dem eigenen Garten ernähren oder beim benachbarten Bauernhof einkaufen würden. Zweifellos wäre das Leben etwas mühsamer, wohl aber auch gesünder. Wir werden also verführt und lassen dies auch gerne zu. Die Folgen sind dramatisch – eine kranke Gesellschaft, ein krankes Gesundheitssystem, das sich das alles nicht mehr leisten kann. Gleichzeitig gibt es  einige blühende Wirtschaftsbereiche und somit viele Nutznießer dieses Systems.

Indirekt gehören sogar die Ärzte dazu, die wohl ohne der Fehlernährung ihrer Patienten auch genug zu tun hätten – aber zu viel und falsches Essen führt zu vielen Krankheiten, erschwert oder verkürzt sogar das Leben. Jedenfalls ist Übergewicht für die Mediziner ein lukrativer Umsatzbringer.

Die Nutznießer sind aber auch in der Produktion und Vermarktung nachfolgender Branchen zu finden. So machen Fitnesscenter, Anbieter von Hungerseminaren und natürlich die Produzenten der unzähligen Diätprodukte gute Geschäfte. Essen ist also ein Business, dem sich in unserer Gesellschaft niemand entziehen kann.

Abnehmen – eine Herausforderung

Ärzte wissen in der Regel, was ihren Patienten fehlt – wenn sie übergewichtig oder adipös sind. Eigentlich müssten sie nur ihre Ernährung umstellen und mehr Bewegung machen. Leichter gesagt als getan, scheint ein Dogma zu sein, denn trotz kompetenter ärztlicher Beratung oder Unterstützung von eigenen Ernährungsberatern gibt es generell gesehen keine Änderung der prekären Situation – im Gegenteil: Der Anteil der Übergewichtigen und Fettleibigen in der Bevölkerung steigt stetig an. Dabei bietet der Markt viele Möglichkeiten, die auch intensiv in Anspruch genommen werden.

Aber: Ohne Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung funktionieren auch die Diäten und Abnehmmittel nicht. Beides muss dauerhaft angelegt sein, damit Übergewichtige fit und gesund bleiben.  Es geht also um Veränderungen und solche sind psychisch zu sehen – anders formuliert: Abnehmen erfolgt im Kopf. Darauf nehmen die gängigen Angebote aber kaum Rücksicht. Dennoch wollen wir einige der beliebtesten Optionen kurz beschreiben.

Entwässerungsmittel, Abführmittel und Schlankheitstees sind leicht zu organisieren und bewirken in der Regel nur einen kurzfristigen Erfolg, indem einfach nur mehr Körperwasser ausgeschieden wird.

Die fettbindenden und sättigungsfördernden Mittel sind eine weitere Alternative. Solche Tabletten quellen im Magen auf, binden durch die spezielle Faserstruktur einen Teil der konsumierten Fette aus der Nahrung, die in der Folge nicht vom Körper aufgenommen, sondern ausgeschieden werden.

Diätetische Lebensmittel, die auch als Mahlzeitenersatz-Pulver bekannt sind, sind ebenso eine Möglichkeit, das Fett zu bekämpfen. Solche Pulver bestehen aus Eiweißkomponenten und dienen, vermischt mit Wasser, als Speiseeersatz, der eine Zeit lang die normalen Mahlzeiten ablösen sollte.

Quellstoffe dienen als Appetithemmer bzw. als Appetitzügler und sind meist als Kapseln erhältlich. Diese quellen im Magen auf ein Vielfaches ihres Volumens auf und führen zu einem Sättigungsgefühl. Natürlich wird dabei kein Fett verbrannt.

Dafür sind die Fatburner zuständig – wie die Bezeichnung schon zum Ausdruck bringt. Diese Fettkiller kurbeln den Stoffwechsel an und im Körper wird dadurch mehr Fett verbrannt.

Nachdem auch Kohlenhydrate fett machen können, sind auch Kohlenhydrat-Blocker eine Möglichkeit, Gewicht zu verlieren. Kohlenhydrate (z.B. Zucker) werden nicht nur für Übergewicht, sondern auch für viele andere Krankheiten verantwortlich gemacht.

Medikamente werden ebenfalls gerne genutzt. Die Pharmafirmen bieten unzählige Mittel, wie z.B. solche, die im Verdauungstrakt die Fettverbrennung hemmen, an.

Zu allen angeführten Optionen gibt es viele Angebote, die – isoliert betrachtet – alle ihre Berechtigung haben, aber in der Regel nur für einen kurzfristigen Effekt sorgen. Wenn nach einer Kur die alten Ernährungsgewohnheiten fortgesetzt werden, dann ist es nur eine Frage der Zeit, um sein Ursprungsgewicht wieder zu erlangen. Deshalb gilt unbedingt: Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung – aber dazu ist eine Veränderung des neuronalen Systems notwendig. Abnehmen ist also eine Kopfsache.

Neben den angeführten Mitteln, gibt es eine Fülle von verschiedenen Diäten bzw. Abnehmprogramme, die zwischenzeitlich schon Bibliotheken füllen. „Weight Watchers“, „Glyx-Diät“, „Atkins“ oder die „Brigitte-Diät“ sind nur einige wenige Beispiele.

Schließlich gibt es noch eine Möglichkeit – und zwar den Weg zum Chirurgen. Fettabsaugungen werden immer beliebter und sorgen für einen kurzfristigen Effekt.

Abnehmen, aber mit Spaß

Bewegung ist ein wesentlicher Teil des erfolgreichen Abnehmens. Denn durch Bewegung werden die aufgebauten Fettreserven verbrannt. Wenn man anderweitig – z.B. mit Diäten oder Medikamenten Gewicht verliert, dann muss die Haut wieder gestrafft und erschlaffte Muskeln trainiert werden – körperliche Betätigung ist notwendig. Regelmäßig Sport zu betreiben oder der Besuch im Fitness-Center, ausgiebige Spaziergänge oder das regelmäßige Laufen, zählen zu den einfachen Möglichkeiten.

Für jene, die eine besondere Motivation brauchen, gibt es eine Vielzahl an neuen Trendsportarten, die neben dem gewünschten Effekt des Abnehmens auch einen erheblichen Spaßfaktor mit sich bringen. Eine davon ist Zumba. Zumba ist Aerobic auf lateinamerikanisch. Zu rhythmischer Musik wird eine Choreografie aus Fitnessübungen getanzt, die Bewegungen sind  an die Tanzstile von Salsa, Merengue und Reggaeton angelehnt. Eine Prise Hip-Hop sowie Bauchtanzelemente sind auch erlaubt. Durchschnittlich werden zwischen 400 und maximal 800 Kalorien pro Zumba-Stunde verbrannt. Zumba wird als Kurs in Fitnessstudios angeboten und ist somit in den meisten Studios im Monatspreis enthalten. Aber auch Nordic Walking macht vor allem in der Gruppe mehr Spaß als allein. Beim Nordic Walking handelt es sich um eine Form des Gehens, das durch den Einsatz von Stöcken, im Rhythmus der Schritte, unterstützt wird. Dieser Sport existiert zwar schon seit den 1930-iger Jahren, aber erfährt seit einigen Jahren eine Renaissance und wird mittlerweile von den unterschiedlichsten Altersgruppen angewandt. Eine neuere Variante sind die Smovey-Ringe, mit welchen ebenfalls sehr effektiv trainiert werden kann. Weitere Sportarten sind Pilates, Yoga, Aqua Fitness oder auch Pole Dance. So kann jeder eine seinem persönlichen Geschmack entsprechende Bewegungsart wählen und dadurch mit Spaß und Freude sein Wunschgewicht erreichen.

Leider beginnt niemand von sich aus– wenn er zuvor ein Bewegungsmuffel war – von alleine mit sportlichen Aktivitäten. Hierfür benötigt man sowohl eine psychische Veränderung als auch eine neue neuronale Konditionierung. Es geht letztlich um Einstellungsänderungen, welchen die alten Muster entgegenstehen. Abnehmen über Ernährungsumstellung und Bewegung benötigen also psychologische Lösungen.

Abnehmen beginnt im Kopf

Hinter Übergewicht und krankhafter Fettsucht verstecken sich oft psychische Probleme. Wenn diese nicht aufgespürt und professionell behandelt werden, dann  sind Abnehmversuche meist zum Scheitern verurteilt. Die Psychologin Sabrina Speiser meint dazu: „Seelische Konflikte führen zu Kompensationen – z.B. zur Fresssucht. Deshalb müssen die Konflikte eruiert und gelöst werden.“ Aber es müssen nicht immer nur psychische innere Konflikte sein, die für Übergewicht sorgen. Auch die versteckten Konditionierungen – also die erlernten Muster, die über die Erziehung oder auch über die Werbung entstanden, sind Problemfelder, die nur psychologisch zu lösen sind.

Einen weiteren psychischen Aspekt zeigt der Mentalpsychologe Karl Isak auf. „Ohne methodisches Vorgehen, welches die autosuggestiven Kräfte nutzt und einem zielgerichteten Denken, welches das eigene Unbewusste beeinflusst und konditioniert, ist Abnehmen schwierig. Betroffene verabsäumen es in der Regel, sich selbst in die Verantwortung zu nehmen und überlassen das Problem irgendwelchen Mittelchen oder sogar Chirurgen – und scheitern letztlich.“ Isak stellt eine psychologische Methode zum Abnehmen (psyslim) zur Verfügung, die Ziele erreichen lässt und zu Veränderungen führt – solche betreffen nicht nur das aktuelle Gewicht, sondern auch die für eine dauerhafte Gewichtsreduktion so wichtige Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung.

 

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Krebs durch Übergewicht

 

Fettleibigkeit fördert gemäß Studien die Entstehung von Krebs

Übergewicht wird oft als typische Managerkrankheit dargestellt. Natürlich gibt es viele Gelegenheiten und Verführungen, wenn man in bestimmten Berufen bzw. in bestimmten Positionen tätig ist. Geschäftsessen gehören zum Alltag, Einladungen ebenso. Da gibt es meist nicht nur gutes, sondern auch sehr reichliches Essen und der gute Tropfen Wein ist gesellschaftlicher Standard. Meist ist der Rest des Tages mit weiteren Terminen und  Arbeit ausgefüllt, so dass für einen sportlichen Ausgleich oft wenig Zeit bleibt. Kein Wunder also, dass Manager und Selbstständige oft mit Übergewicht zu kämpfen haben. Dieses kann nun schlimme Folgen haben.

Die fette Gefahr

Unter diesem Titel berichtete erst kürzlich „Die Zeit“ über neueste Studien und über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Gefahr, leichter an Krebs zu erkranken. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat herausgefunden, dass Dicke viel häufiger an Krebs erkranken als Dünne. „Echtes Übergewicht ist ein sehr wichtiger Faktor für Krebs insgesamt und für bestimmte Krebsarten im Besonderen“, meint der Epidemiologe Rudolf Kaaks in „Die Zeit“. Man geht davon aus, dass alleine in den USA rund 115.000 Menschen an einem durch Fettsucht hervorgerufenen Tumor sterben. Auch in Deutschland und Österreich werden zwischen 20 und 50 Prozent vieler Krebsarten dem Speckgürtel zugeordnet.

Krebsrisiko Nummer 1

Noch gilt das Rauchen als höchster Risikofaktor, an Krebs zu erkranken. Der Krebsforscher Otmar Wiestler ist davon überzeugt, dass „Fettleibigkeit als Krebsursache mindestens so ernst  zu nehmen ist wie das Rauchen.“ Nachdem Rauchen immer mehr out ist aber gleichzeitig das Lustessen immer stärker zunimmt, könnte das Übergewicht schon bald zum Krebsrisiko Nummer 1 avancieren.

Forscher uneinig

Dass Übergewicht und insbesondere Fettleibigkeit nicht gesund sein können, leuchtet eigentlich ein. Nun gibt es aber auch Studien, die zeigen, dass das nicht immer so ist. So erholen sich laut einer im „Archives of Surgery“ veröffentlichten Studie Übergewichtige nach Operationen wesentlich schneller als Normalgewichtige und das Risiko, nach einem operativen Eingriff zu sterben, ist für Dickleibige geringer. Außerdem: Laut einer Studie, die im Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht wurde und die auf über zwei Millionen Sterbefällen beruht, haben Übergewichtige kein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zu sterben. Fettleibige haben allerdings sehr wohl ein höheres Risiko, ihr Ende an einem Krebsleiden zu finden.Der Maßstab für die Einschätzungen der Forscher ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Die amerikanische Studie geht davon aus, dass Normalgewichtige bis BMI 25 und Übergewichtige bis BMI 30 kein erhöhtes Risiko tragen. Die deutschen Forscher sprechen allerdings schon ab einem BMI von 24 von einem erhöhten Risiko. Das würde zum Beispiel einen 184 großen Mann mit 85 Kilogramm betreffen.

Verschiedene Krebsarten betroffen

Die Forscher gehen bei folgenden Krebsarten von einem gesicherten Zusammenhang zwischen Übergewicht und Erkrankung aus: Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie Krebs in der Speiseröhre und in der Gebärmutterschleimhaut. „So gilt in der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Übergewicht als Ursache, beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen nach heutigen Schätzungen etwa 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit“, sagt der Epidemiologe Prof. Dr. Rudolf Kaaks.

Verstecktes Fett als große Gefahr

Das so genannte viszerale Fett halten Forscher für eine große Gefahr. Das sind kleine Fettpolster, die sich im inneren Bauchraum zwischen den Organen bilden und überhaupt nicht auffallen. Dieses Fett soll angeblich – die Beweise stehen allerdings noch aus – krebsfördernde Botenstoffe in den Körper pumpen und steigert, laut dem Krebsforscher Kaaks, das Risiko.

Sport schützt vor Krebs

Es gibt viele Studien, die bestätigen, dass regelmäßige Bewegung das Risiko, an Krebs zu erkranken, senkt. Erst kürzlich wurde wieder eine Studie veröffentlicht (Universität North Carolina), die deutlich macht, dass z.B. Frauen nach der Menopause ihr Brustkrebsrisiko durch Bewegung deutlich senken konnten. Dabei ist es nicht so wichtig, wie intensiv man Sport betreibt. Interessant sind auch die Ergebnisse einer Metaanalyse von 16 Studien, wonach Frauen, die trotz regelmäßiger körperlicher Aktivitäten einen BMI über 30 haben, ihr Brustkrebsrisiko nicht senken können. Damit werden die vorgenannten Studien bestätigt, dass Fettleibigkeit das Krebsrisiko steigert.

 

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Emotionales Essen macht dick

Negative Emotionen brauchen einen Ausgleich. Dieser ist psychologisch gesehen eine Notwendigkeit. Kristina Herber von der Universität Würzburg spricht vom „emotionalen Essen“ und erläutert: „Wir bezeichnen damit Personen, die im Zusammenhang mit dem Essen einen erhöhten Leidensdruck haben. Sie essen nicht wegen eines aufkommenden Hungergefühls, sondern aus anderen Gründen.“ Diese Gründe beruhen auf Ärger, Einsamkeit, Stress, Trauer oder Kränkungen und es kommt zu Ess-Attacken. Damit wird das Belohnungszentrum angesprochen und die unangenehmen Gefühle werden reduziert. Emotionales Essen führt natürlich zu Übergewicht.

Dass die negativen Emotionen eine Ursache haben müssen, ist leicht nachvollziehbar. Wenn man also „Emotionale Essen“ ihr Gewicht in den Griff bekommen möchte, dann müssen sie an der Wurzel arbeiten. Oft geht das nur mit therapeutischer Hilfe. Nicht immer kann der vorhandene Konflikt offengelegt werden. Der Therapeut Karl Isak meint sogar, dass Konflikte im Unbewussten durch Abwehrmechanismen gut versteckt sind und nur mit Hilfe von Experten aufgedeckt werden können. Das heißt aber nicht, dass jeder Fettleibige gleich eine Psychotherapie braucht. Isak: „Emotionale Defizite können durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen werden. Deshalb stellen wir im Institut für psychologisches Abnehmen auch Methoden zur Verfügung, die für diesen Ausgleich sorgen.“

 

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Diäten sind nicht gesund – deshalb psychologisch abnehmen!

Stress macht dick. Das gilt als gesichert. Bei Stress fordert das Gehirn Zucker an, den der Körper nicht sofort zur Verfügung stellen kann, deshalb wird Nahrung zugeführt. Diese Strategie des Gehirns hat fatale Folgen – man wird dick. Diäten sind nun für das Gehirn reiner Stress und können somit gar nicht zum Gewichtsverlust führen. Das Gehirn wehrt sich. Der Lübecker Wissenschaftler Joarchim Peters kritisiert deshalb auch die Diäten: „Wenn man einfach so die Nahrungsmenge oder die Kalorien reduziert, reizt das unser Stresssystem enorm. Diese Spontan-Diäten können also gar nicht gesund sein.“ Peters meint, dass Übergewichtige zuerst die Stressoren finden müssen und erst dann abnehmen sollten.

Dazu passt eine Studie aus Amerika. Frauen aus Armutsvierteln erhielten mit staatlicher Hilfe die Chance in bessere Wohngegenden mit weniger Arbeitslosen, geringerer Kriminalität und einem niedrigeren Alkohllabel zu ziehen. Die neue Wohnsituation reduzierte den im alten Umfeld schon chronifizierten psychosozialen Stress. Weniger Stress erzeugte automatisch ein geringeres Verlangen nach Zucker und Fett und die Ernährung verbesserte sich fast automatisch. Das Durchschnittsgewicht dieser Frauen sank in Folge des Wohnortwechsels deutlich.

Ob Übergewicht durch Stress, durch den vergrößerten Energiebedarf des Gehirns oder durch das wegen Stresses benötigte Ausgleichsbedürfnis ausgelöst wird, ist eine akademische Diskussion. Es ist wohl egal, ob der Egoismus des Gehirns oder die Befriedigung des Belohnungszentrums durch Zucker der Grund für die Nahrungsaufnahme ist – Stress erzeugt auf jeden Fall Übergewicht. Damit wird die psychische Ursache von Übergewicht bewiesen und wenn nachhaltig eine Gewichtsveränderung erfolgen soll, dann muss auch auf psychologische Instrumente zurückgegriffen werden.

 

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Stress führt zu Übergewicht

Stress ist ungesund und kann zu schweren psychischen Problemen führen. Stress kann aber auch Übergewicht auslösen. Eine Begründung dafür ist der Egoismus des Gehirns. Bei Stress – also bei Belastungen – benötigt das Gehirn mehr Energie, der  Energieverbrauch steigt rasant. Das Gehirn braucht im Stress vermehrt Glukose und will mehr Zucker. Dieser Prozess verschlechtert jedoch zunächst die Stimmung. Um hier gegenzusteuern und dem Gehirn das zu geben, was es gerade dringend benötigt, wird mit etwas Zuckerhältigem und fettreichem entgegengewirkt .

Stress führt also zu einer erhöhten Aufnahme von ungesunder Nahrung. Dieser Vorgang ist auch als „Comfort-Eating“ oder „Emotionales Essen“ bekannt. Nun ist im Normalfall Stress kein Dauerzustand und der Körper kann damit gut umgehen. Gibt es aber eine dauernde Überlastung, dann verlangt das Gehirn immer mehr nach Fett und Zucker und der Körper legt immer mehr Fettreserven an, dies kann schließlich zu Übergewicht führen. Der deutsche Adipositasforscher Joachim Peter meint in „Die Welt“ (10.1.2012), dass Übergewicht die Folge einer Überforderung des Stresssystems sei: „Mehr Essen erlaubt dieses zu entlasten und so schlechter Stimmung entgegenzuwirken“.

Nun machen sich viele Menschen beim Abnehmen Stress und wundern sich dann, dass die Gewichtsreduktion nicht klappt. Peter bezeichnet das Gehirn als egoistisch und sieht Diäten vom Gehirn sabotiert – auch wenn es damit den Interessen des Körpers, der ja abnehmen soll, entgegenläuft. Diäten und Schlankheitskuren nehmen auf dieses Phänomen in der Regel keine Rücksicht. Das Institut für psychologisches Abnehmen arbeitet deshalb auch mit Entspannungstechniken, um Stress beim Abnehmen zu vermeiden.

Foto: Fotolia_16812833_James-Peragine

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Finger weg von Light-Produkten

Es ist der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, dass der Süßstoff Aspartam in der Tiermast eingesetzt wird – und zwar als Appetitanreger. Aspartam ist in den meisten Lightprodukten enthalten und suggeriert, dass man damit nicht zunimmt. Der Süßstoff dient aber in der Tiermast dazu, dass die Tiere noch mehr essen und eben dadurch zunehmen. Das ist ein großes Kuriosum, das wohl nur mit einem perfekten Marketing der Getränke- und Nahrungsmittelhersteller von Lightprodukten zu erklären ist.

Aber auch andere Argumente sprechen gegen Lightprodukte. Der  Forscher Jeff Brunstrom meint, dass die Kennzeichnung von Light-Produkten oder Diät-Nahrungsmitteln kontraproduktiv wäre, denn: „Diese Labels suggerieren, dass die Produkte nicht sättigen. Möglicherweise führen sie dazu, dass man danach noch mehr isst.“

Ernährungspsychologisch wäre es besser, Schlankheits-Produkte mit „sehr sättigend“ oder „vertreibt den großen Hunger“ zu bewerben, empfiehlt der Engländer und spricht damit die große Macht der Gedanken auf die Nahrungsaufnahme bzw. auf das Körpergewicht an. Somit ist das Übergewicht auch deutlich als psychisches Problem zu erkennen und kann demnach nur psychisch bewältigt werden. Light-Produkte sind offenbar keine Lösung.

Die Psyche führt uns zu einem weiteren Grund, Light-Produkte zu meiden. Wird dem Körper zu viel Energie zugeführt, produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, um den Blutzucker in Fett umzuwandeln. Nun hat der Organismus aber gelernt, dass Light-Produkte süß sind und denkt, dass damit Zucker zugeführt wurde. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass alleine der Gedanke an eine süße Speise den Insulinspiegel erhöhen kann. Der Körper reagiert somit mit Insulin und die Energie, die er eigentlich brauchen würde, wird in die Fettspeicher geschoben. Die Folge ist, dass wir noch mehr essen und immer dicker werden.

 

Foto: v+m-Verlag

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Neuromotivation zum Abnehmen

Abnehmen ist immer ein Motivationsproblem. DDDr. Karl Isak hat zum Thema „Neuromotivation“ auch mehrere Bücher verfasst und weiß, dass vor allem der Wunsch, Gewicht zu verlieren, einen neuronalen Effekt im Gehirn auslösen muss. Es braucht eine intrinsische Motivation – also eine, die von selbst funktioniert. Isak hat sein System auf die Übergewichtigen übertragen und scheint damit ins Schwarze getroffen zu haben, denn die Motivationsprobleme sind bekannt.

Eine Expertin für die Motivationsproblematik bei Diäten ist die Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, Martina de Zwaan. Sie behandelt vor allem Frauen mit großen Erwartungen: „Die meisten Frauen möchten ein Drittel ihres Körpergewichts abspecken, also 20, 30 oder noch mehr Kilogramm.“ Dabei wäre eine Gewichtsreduzierung von etwa zehn Prozent, also fünf bis zehn Kilogramm langfristig schon als großer Erfolg zu werten. Die Experten wissen, dass man in der Regel mit einer Diät nur fünf bis sieben Kilogramm abnehmen kann und es für die meisten unmöglich ist, einen größeren Gewichtsverlust dauerhaft zu halten. 80 bis 90 Prozent fallen aber ohnehin auf das ursprüngliche Gewicht zurück – oder nehmen sogar zu.

Für Isak geht die Entwicklung in eine falsche Richtung. Er hält nichts von Diäten, die ohnehin keinen Erfolg bringen. Es geht auch nicht um den Willen, denn ein solcher ist zweifellos vorhanden und das bestätigt auch Martina de Zwaan in „Die Welt“, die bei vielen Betroffenen durchaus eine starke Willenskraft sieht. Isak sieht den Schlüssel zum Erfolg in einer Veränderung der neuronalen Strukturen im Gehirn und damit beim Unbewussten.

Abnehmen braucht Motivation und Motivation ist ein neuronaler Vorgang. Es werden Motivationshormone benötigt, die im limbischen System des Gehirns erzeugt werden. Um abnehmen zu können, ist also eine Motivation notwendig und diese muss von außen erzeugt werden. Die Initiierung eines motivatorischen Vorgangs bedarf bestimmter Instrumente. Motivation kommt nicht von selbst. Deshalb hat Karl Isak mit dem Institut für psychologisches Abnehmen Instrumente entwickelt, die für die erforderliche Grundmotivation zum Abnehmen sorgt.

 

Foto: Fotolia_52279517

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Sind Diäten sinnlos?

Mode-, Lifestyle-, Frauen- und Gesundheitszeitschriften sind voll mit Diäten und Abnehmprogrammen und versuchen sich gegenseitig mit der jeweils richtigen Schlankheitskur zu übertreffen. Nun sind aber sowohl die Esssucht als auch Adipositas nicht so einfach zu behandeln, ebenso ist das einfache Übergewicht kaum in den Griff zu bekommen. Das wissen  Forscher, Psychologen und Ärzte seit Generationen.

Betrachtet man die verschiedenen Angebote, die einen schlank und rank machen sollten, genauer, dann stößt man überall auf Widersprüche und zum Teil auf völlig gegenteilige Aussagen. So gibt es Experten, die auf vegetarische Kost schwören, andere wiederum (auch viele Mediziner) setzen auf die Kraft des Fleisches. Ananas- oder Kohlsuppen-Diät, Low-Fat und Low-Carb-Kuren, FdH (Friss die Hälfte), Montignac oder Atkins sind nur ein  kleiner Teil von schier unüberschaubaren Angeboten, die neuerdings immer mehr durch Kapseln, Säfte und auch Arzneien ergänzt werden.

Bei einer Rückfallsquote zwischen 80 und 90 Prozent kann mit Recht behauptet werden, dass diese Angebote gescheitert sind. Die Studien beweisen es: Die Menschen in unseren Breiten werden zunehmend dicker und somit auch immer kränker und kränker. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE, räumt in der Zeitung „Die Welt“ (10.1.2012) ein: „Wir wissen, dass 80 bis 90 Prozent aller Gewichtsreduktionsprogramme keinen Erfolg bringen – oft sind die Teilnehmer am Ende sogar schwerer als vorher.“

Für den Neuropsychologen DDDr. Karl Isak ist diese Erkenntnis kein Wunder, sondern sogar logisch. „Der Ansatz, am Symptom ein Problem in den Griff zu bekommen, kann nur kurzfristigen Erfolg bringen – langfristig ist aber an der Ursache anzusetzen.“ Für Isak liegt die Lösung im Kopf. Sein psyslim-Programm ist deshalb – wie der Begriff es schon sagt – psychologisch ausgerichtet.  Isak sieht Diäten sehr kritisch – vor allem, wenn sie ohne Veränderungsprozesse im Gehirn durchgeführt werden. Er meint aber, wenn dieser Veränderungsprozess greift, dann braucht es meist keine Diät mehr, denn dann hat sich das Essverhalten völlig automatisch verändert.

 

Foto:  shutterstock_194972948-Evgeny-Karandaev

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15 Minuten Gehen oder 5 Minuten Laufen für die Gesundheit

Eine amerikanische Studie mit 55.000 Erwachsenen, die 15 Jahre lang untersucht wurden, belegt, dass sich bereits ein täglich durchgeführtes fünfminütiges Joggen genauso günstig auf die Gesundheit auswirkt, wie ein intensives Laufen von drei Stunden pro Woche.

Das Team um Duck-Chul Lee von der Iowa State University konnte beweisen, dass regelmäßiges Laufen oder auch Gehen die Lebensdauer im Durchschnitt um drei Jahre verlängert. Der Studie zufolge sinkt bei Läufern das Risiko, an einem Herzinfarkt oder  Schlaganfall zu sterben, um 45 Prozent gegenüber Nichtläufern. Dabei spielt das Lauftempo keine Rolle. Wer mit weniger als zehn Stundenkilometern läuft, fördert sein gesundheitliches Wohlbefinden ebenso wie ein schneller Jogger. Gut ist das Laufen insbesondere gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Regelmäßige Bewegung sorgt auch dafür, dass die Energie verbrannt wird. Somit verlängert der tägliche kurze Lauf nicht nur das Leben, sondern macht diese Menschen auch gesünder und sorgt nebenbei auch für einen schlanken Körper.

Quelle der Studie: „Leisure-Time Running Reduces All-Cause and Cardiovascular Mortality Risk“ von Duck-chul Lee et al erschien am 28.7.2014 im „Journal of the American College of Cardiology“.
Foto: shutterstock_10573861-Phase4Photography

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