Archiv der Kategorie: Artikel

Gute Ratschläge sind zu wenig

Gesund sein heißt, dass wir uns körperlich, seelisch und in unserem sozialen Umfeld wohlfühlen. Ist einer dieser Bereiche nicht in Ordnung, kommt es zu Störungen unserer Befindlichkeit, und wir werden krank. Mit Medikamenten alleine ist es auf gar keinen Fall getan.

Gerade bei der Bewegung schätzen sich viele Menschen falsch ein. Denn eine aktive Lebensweise mit Arbeiten in Garten und Haushalt, spielen mit den Enkelkindern oder wiederholtes Treppensteigen im eigenen Haus sind zwar grundsätzlich gut, haben aber leider kaum einen positiven Einfluss auf unseren Stoffwechsel oder auf schon bestehende Risikofaktoren. Dafür ist ein „kardio-respiratorisches Ausdauertraining“ notwendig, bei dem konstant über einen bestimmten Zeitraum mit einer vorgegebenen Pulsfrequenz trainiert wird. Ein Herz-Kreislauf-Belastungstest am Fahrrad oder am Laufband (Ergometrie) beim Internisten gibt Aufschluss über die optimale Herzfrequenz beim Trainieren. Sportarten wie Radfahren (gerade am Heimtrainer zu jeder Jahreszeit möglich), Walken, Nordic-Walken, Skaten oder Joggen eignen sich hervorragend zum Abnehmen und Fitmachen unseres Stoffwechsels.

Natürlich muss so ein Training regelmäßig betrieben werden, wobei ungeübte mit einigen Minuten pro Tag beginnen und ihre Trainingseinheiten dann sukzessive immer um ein paar Minuten steigern sollten. Wem jedoch eine halbe Stunde Training bereits zuviel ist, z.B. aufgrund von Gelenksproblemen, der kann auch dreimal täglich zehn Minuten trainieren. Das ergibt den gleichen Effekt. Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten dürfen jedoch nicht mehr als 48 Stunden vergehen, sonst geht der positive Effekt auf Gewicht und Stoffwechsel verloren. Das heißt, dass wir nicht nur am Wochenende sondern auch zwischendurch „sporteln“ müssen. Neben Ausdauersportarten hilft auch ein vorsichtiges Muskeltraining oder Body-Building beim Abnehmen. Denn erstens werden schlaffe Muskeln wieder gestrafft, und zweitens führt eine größere Muskelmasse in unserem Körper zu einer ständigen Erhöhung unseres Energieumsatzes. Wir verbrennen dann auch im Ruhezustand laufend mehr Kalorien.

Fürs Abnehmen und zum Erhalten Ihres neuen Gewichts wird eine leichte Mischkost mit reichlich Kohlenhydraten und Ballaststoffen und zugleich wenig Fett empfohlen. Viel frisches Obst, Gemüse und Salate in Verbindung mit Brot und Getreideprodukten, Kartoffeln, Reis und Teigwaren in fettarmer Zubereitung liefern ausreichend Nährstoffe und machen auch satt. Verteilen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag. Das ist gut fürs Abnehmen und verhindert auch ein Absinken Ihrer Leistungskurve. Einseitige Diäten sind medizinisch abzulehnen. Sie führen zwar kurzfristig über einen Verlust von Wasser und Muskelmasse (was nicht erwünscht ist) zu einer Gewichtsreduktion. Spätestens einige Wochen nach der Diät wiegen Sie dann mehr als je zuvor. Experten sprechen vom sogenannten „Jo-Jo-Effekt“ (auch Yoyo-Effekt). Eine langfristige Umstellung unserer Essgewohnheiten mit regelmäßiger körperlicher Betätigung ist dagegen der Schlüssel zum Erfolg.

All das – eben Bewegung und eine Ernährungsumstellung – sagt sich aber leicht und ist für viele Menschen ein unmögliches Unterfangen. Das Problem liegt in den Prägungen im Gehirn – und zwar im Unbewussten, das die Grundlage für jede rationale Entscheidung bietet. Wenn also diese Grundlage nicht verändert wird, dann bleibt alles beim Alten. Der Neuropsychologe und Begründer der psyslim-Methode, DDDr. Karl Isak meint deshalb, wenn jemand die ärztlichen Ratschläge auch befolgen möchte, dann muss er zuerst ein Programm  durchführen, das seine unbewussten Prägungen überschreibt und neu formt. Dafür gibt es jetzt psyslim – eine psychologische Abnehmmethode, die an der Wurzel ansetzt.

 

Foto: shutterstock_63162004-Kzenon

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Bauchumfang als Krankheitsrisiko

Essen im Überfluss ist eine Errungenschaft der Neuzeit. Früher – und dieses Früher ist eigentlich noch gar nicht so lange her – war Essen eine Überlebensfrage und nicht eine des Genusses, der Geselligkeit, des Konsums oder des gesellschaftlichen Status. Die Teller sind voll. Die Angebote überwältigend. Wir werden zum Konsumieren verführt. Der Kühlschrank und die Warenregale bieten einen schier unerschöpflichen Nachschub. Üppige kalorienreiche Nachspeisen runden ein normales Essen ab, das Fernsehen wird mit Naschereien ergänzt und unsere Getränke, die eigentlich dem Durstlöschen dienen sollen, sind pure Kalorienbomben. All das führt dazu, dass wir kränker werden. Die Frage ist berechtigt: Essen wir uns zu Tode? Ein Synonym für den tödlichen Überfluss ist das Metabolische Syndrom und der Arzt Jochen Nihaus meint, dass das „Metabolische Syndrom“ wahrscheinlich DER Killer unseres Jahrhunderts ist.

Der menschliche Körper ist dafür geschaffen, Reserven zu bilden und diese anzulegen. Es gab nicht immer was zu essen und die seinerzeitige Lebensweise, die viel mit körperlicher Anstrengung zu tun hatte, brauchte diese Reserven bald wieder auf. Es hatte kaum jemand Gelegenheit, dick und fett zu werden. Fettreserven, die der Körper in guten Tagen anlegte, wurden bald wieder verbraucht.

Der Medizin ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass bestimmte Stoffwechselvorgänge mit den verbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun haben. Dabei spielt Fett eine wichtige Rolle – und mit Fett hat auch das Metabolische Syndrom zu tun. Der menschliche Körper speichert nämlich überschüssige Nahrung in Form von Fett ab – und zwar in der Absicht, dieses Fett in mageren Zeiten zu verbrauchen. Nur die mageren Zeiten kommen nicht und sie werden auch nicht durch entsprechende körperliche Betätigung herbeigeführt. Es tritt eine fatale Dublizität ein: Es wird mehr gegessen und der Körper weniger bewegt. So werden überschüssige Kalorien als Bauchfett gespeichert. Dieses Bauchfett ist ein Reservoir für zukünftige magere Zeiten, die aber einfach nicht kommen. Somit wächst der Bauch immerwährend und mit der Zunahme des Bauchumfangs wächst auch die Gefahr, dass negative Folgen für den Stoffwechsel auftreten. Dem Stoffwechsel wird keine Ruhe gegönnt und somit hört er nicht auf zu „essen“.

Die Folgen erläutert der Experte Niehaus so: „Das dauerhaft erhöhte Fettangebot lässt nach und nach andere Gewebe ebenfalls verfetten, unter anderem die Muskulatur. Um das Überangebot an Nährstoffen in den Griff zu bekommen, verändert die Muskelzelle daraufhin ihren Stoffwechsel: Sie reagiert zunehmend weniger auf Insulin, jenes Hormon, das den Hauptnährstoff Glukose in die Zelle einschleust. Es beginnt ein Teufelskreis, bei dem der Körper immer mehr Insulin produzieren muss, um alle Zellen ausreichend zu versorgen. Blutzucker und Blutdruck steigen durch die Fehlregulation ebenfalls an. Schreitet dieser Prozess ungehindert fort, entsteht nach einigen Jahren das typische Bild eines Metabolischen Syndroms: Eine Fettstoffwechselstörung mit zu viel Cholesterin und zu wenig HDL, Bluthochdruck (Hypertonie) und erhöhtem Blutzucker (Diabetes Typ 2).“

Der Body-Mass-Index ist ein durchaus sinnvolles Verfahren. Für die Feststellung eines Metabolischen Syndroms ist der BMI allerdings unzureichend. Beim Metabolischen Syndrom wird nicht das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße unter Einbeziehung des Alters und des Geschlechts gemessen, sondern es wird der Bauchumfang herangezogen. Männer sollten nicht mehr als 100 Zentimeter Bauchumfang aufweisen, bei Frauen liegt der Wert bei 90 Zentimeter. Alles was darüber ist, ist gefährlich.

Der Bauchumfang ist eines von fünf Kriterien, die das Metabolische Syndrom definieren. Die Triglyzeride (gehören, wie auch das Cholesterin, zu den Nahrungsfetten) sind ein weiteres und sollen nicht über 150 mg/dl ausmachen. Das HDL-Cholesterin (also das „gute“ Cholesterin) sollte bei Männern nicht unter 40 mg/dl und bei Frauen nicht unter 50 mg/dl sinken. Der Blutdruck sollte nicht über 130/85 mmHg (siehe MeinDoktor Ausgabe 3-2008) steigen und der Nüchternblutzucker sollte nicht über 110 mg/dl liegen. Wenn nur drei der fünf Risikokriterien zutreffen, ist von ärztlicher Seite ein Metabolisches Syndrom zu diagnostizieren.

Schlaganfall oder Herzinfarkt

Treten also die angeführten Risikofaktoren auf und werden sie z.B. durch weitere wie das Rauchen verstärkt, dann kann man zwischen Schlaganfall und Herzinfarkt „wählen“. Bei der Risikobeurteilung muss berücksichtigt werden, dass beim Auftreten mehrerer Faktoren, das Gesamtrisiko nicht addiert, sondern multipliziert wird. So hat z.B. ein Raucher mit einem hohen Cholesterinspiegel von über 300, einem erhöhten Blutdruck und einem hohen Blutzuckerspiegel gleich ein zirka 30faches Risiko eine Herz-Kreislauferkrankung zu erleiden. Ein dicker Bauch ist also ein ernstes Warnsignal. Dann heißt es, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen.

Maßnahmen

Ärzte haben meist die selben Ratschläge parat – und zwar: Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine Änderung der Lebensweise, also der Essgewohnheiten, der Bewegung sowie der sportlichen Aktivitäten. Aber das funktioniert meist nicht, sonst wären nicht knapp 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig. Deshalb brauchen wir Instrumente, die bei der Ursache ansetzen. Hier kommen die Neurowissenschaften ins Spiel. Die Forschungen der letzten Jahre haben auch beim Thema Übergewicht wichtige Erkenntnisse hervorgebracht, leider werden diese zu wenig genutzt und so bleibt es oft bei den meist nicht angenommenen Ratschlägen.

Nun gibt es ein neues Programm, das eine Stufe tiefer ansetzt – und zwar bei der Psyche des Menschen. Übergewicht entsteht im Kopf und muss dort bekämpft werden, ist das Credo des Begründers der psyslim-Methode, DDDr. Karl Isak, der schon in anderen Bereichen mit „Gedankenarbeit“ und daraus resultierenden Veränderungen Erfolg hatte. Isak plädiert für eine Veränderung der neuronalen Strukturen im Gehirn und stellt dafür auch Instrumente zur Verfügung, die leicht einzusetzen sind und erst indirekt auf das Essverhalten einwirken.

 

Foto: dreamstime_9277229-nikitta

 

 

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Schokolade – die Liebes- und Lustdroge

123rf 791222_med erik reis frau praline

Ist Schokolade eine Psychodroge? Schokolade macht glücklich, stärkt den Selbstwert, wirkt gegen Stress und hat sogar eine aphrodisierende Wirkung. In der Kakaobohne stecken jede Menge Stoffe, die auf die Psyche des Menschen wirken.  Die Forschung hat z.B. den Stoff Phenylethylamin (PEA) in Schokolade entdeckt, der das Lustzentrum im Gehirn anregt. Studien bei Ratten hatten bestätigt, dass diese, wenn sie mit PEA gefüttert wurden, jedes Mal miteinander kopulierten. Im Kakao findet sich auch das Alkaloid Sasolinol, das als Anti-Depressivum wirkt. Kakao enthält auch Anandamide und N-Acylethanoamine, die gemäß einer Studie der Universität von San Diego eine ähnliche euphorische Wirkung wie Cannabis haben. Weiters unterstützt Schokolade die Produktion des Neurotransmitters (Botenstoff im Gehirn) Serotonin – und zwar aus dem ebenfalls in der Schokolade vorkommenden Inhaltsstoff Tryptophan. Serotonin macht glücklich und unbeschwert. Der französische Biomediziner Henri Chaveron meint, dass Schokolade eine ideale Soft-Droge darstellt, die durchaus positiv auf den Menschen wirkt. Es gibt natürlich auch Menschen, die nach Schokolade süchtig sind – vielleicht um die Wirkung der genannten Inhaltsstoffe zu erfahren – aber schwerwiegende Folgen scheinen nicht einzutreten. Das Pariser Fernard-Widal- Hospital hat anhand einer Studie festgestellt, dass es keine nennenswerten Folgen gibt – auch wenn der Schokokonsum täglich zwischen 100 und 500 Gramm liegt und diese Schokofreaks sogar körperlich und mental aktiver waren.

Aber Achtung: Schokolade besteht nicht nur aus der reinen Kakaobohne, sondern hat reichliche Anteile von Zucker und Fett – und hier finden sich die wirklich ungesunden Bestandteile der Schokolade. Der versteckte Zucker in der Schokolade wird – wenn ihn der Körper als Energielieferant nicht braucht (und das ist meistens der Fall) in Fett umgewandelt. Deshalb macht Schokolade auch dick. Die „Soft-Droge“ Schokolade sollte man deshalb möglichst pur zu sich nehmen. Deshalb ist anzuraten, Schokolade mit einem sehr hohen Kakaoanteil zu konsumieren.

Warum aber muss man sich die „Drogen“ von außen zuführen, wenn der Körper diese selbst herstellen kann, fragt der Psychologe DDDr. Karl Isak. Nein, er möchte niemandem sein Stück Schokolade vergrämen, aber wenn der Grund des Schokoladenkonsums die Erreichung von Glück, Lust oder Leistung sein soll, dann läuft etwas falsch. Dann wird Schokolade zu einem Ersatz für etwas, das fehlt. Wie bei jeder Droge kann man dann nicht genug davon bekommen und die in den Schokoladeprodukten enthaltenen Zuckerformen und das Fett machen über kurz oder lang dick. Isak hat mit dem Institut für psychologisches Abnehmen ein Programm entwickelt, um eben der Ursache eines überbordenden Schokoladekonsums entgegenzutreten.

 

Foto: 123rf-791222_med-erik-reis-frau-praline-e1415521691389

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Zucker macht süchtig

(pte) – Zucker macht Ratten abhängig und beeinflusst ihr Gehirn –ähnlich wie Heroin und Kokain. Das hat Bart Hoebel von der Princeton University http://www.princeton.edu gezeigt. „Zuviel Zucker führt zu langfristigen Änderungen im Hirn und erhöht auch die Gefahr für den Missbrauch anderer Drogen“, so Hoebels. Es bestehe ein enger Zusammenhang zwischen Drogensucht und unnatürlichem Verlangen nach natürlichen Substanzen wie Zucker. „Zucker ist eine Droge“, bestätigt gegenüber pressetext auch die deutsche Therapeutin und Heilpraktikerin Inke Jochims, die in Buchveröffentlichungen die Zuckersucht thematisiert hat. Parallelen bei der Wirkung von Zucker und Alkohol liegen für sie auf der Hand. „Auch Zucker schüttet Endorphine aus und bewirkt damit einen Rausch. Chemikalisch gesehen ist Alkohol eigentlich ein Zucker“, so die Buchautorin.

Saufsüchtige Ratten

Das Forscherteam der Princeton University entzog zuckergewöhnten Laborratten für gewisse Zeit den Süßstoff. Um ihn wieder zu bekommen, steigerten die Tiere ihre Arbeitsleistung und fraßen dann mehr Zucker als jemals zuvor. Damit bestätigen sich laut Studienleiter die langfristigen Änderungen im Gehirn bei häufigem Zuckerverzehr. Hinweise für die Suchtwirkung gibt auch das destruktive Verhalten der Ratten in der Entzugszeit. Sie steigerten ihren Alkoholkonsum deutlich und reagierten auf sonst wirkungslose Mengen von Aufputschmitteln hyperaktiv. Außerdem begannen sie mit den Zähnen zu zittern und verkrochen sich in geschützte Bereiche ihres Geheges anstatt mit gewöhnlicher Neugier die Gegend zu erkunden.

Wirkt Zucker wie andere Suchtgifte?

Eine Erklärung für diese Wirkung kann das Glückshormon Dopamin liefern, dessen Spiegel beim Zuckerverzehr erhöht wird. Nach einem Monat Zuckeressen gewöhnte sich das Gehirn der Ratten an den hohen Spiegel und baute einen Teil der Rezeptoren für diese Chemikalie ab. Um noch dieselbe Motivation und Belohnung auszulösen, waren daher viel höhere Dosen nötig. Diese Wirkungen gleichen jenen, die bisher bekannte Suchtgifte auslösen. Ob die Ergebnisse der Rattentests auch für Menschen relevant sind, könne laut Hoebel erst durch weitere Forschungen festgestellt werden. Naheliegend sei jedoch eine Verknüpfung zwischen den Auswirkungen von Zuckerkonsum im Gehirn mit Essstörungen.

Sind Frauen mehr gefährdet?

Die Heilpraktikerin Inke Jochims ist von der Suchtwirkung des Zuckers bei Menschen überzeugt. Zuckersucht beginne, wenn die Kontrolle über den Zuckerkonsum entgleitet. „Wer sich vornimmt, an einem Tag keine Schokolade zu essen, zu Mittag jedoch schon drei Tafeln hinter sich hat, ist eindeutig süchtig.“ Frauen hätten laut Jochims aufgrund ihres tieferen Serotonin-Spiegels ein höheres Risiko zur Zuckersucht als Männer. Männern bereitet wiederum eher der Dopaminspiegel Probleme und macht sie leichter anfällig für die Alkoholsucht. Ein besonderes Problem sei Zuckersucht häufig für Menschen mit Essstörungen. „Viele Bulimiker ernähren sich sogar bewusster als der Durchschnitt, greifen in ihren Attacken jedoch zum Zucker.“

Noch vieles offen!

Bis die Zuckersucht von offizieller Seite anerkannt werde, sei es aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Interessen jedoch noch ein weiter Weg. „Die Zuckerlobby versucht, Zucker als Nahrungsmittel darzustellen“, erklärt Jochims. Zunehmend würden jedoch auch Ärzte auf die Problematik des Zuckers aufmerksam. Als wichtigen ersten Schritt in der Therapie von Zuckersüchtigen sieht Jochims, den Zuckerkonsum als Problem anzuerkennen. Als nächstes müsse die Ernährung umgestellt werden. „Eiweißreiche und kohlenhydratarme Ernährung ist sinnvoll, sowie auch frische Nahrungsmittel. Denn in bereits verarbeiteten Produkten ist häufig auch Zucker zugefügt“, so Jochims abschließend.

Johannes Pernsteiner pressetext.com (erschienen u.a. in der Zeitschrift MeinDoktor, Ausgabe 14)

Helfen können psychologische Lösungen

Die von den Forschern aufgedeckte Zuckersucht weist sehr deutlich auf notwendige psychische Lösungen hin. „Bei Drogensucht würde sich kein Experte alleine auf medizinische Interventionen verlassen. Suchterkrankungen müssen immer psychologisch betrachtet werden“, meint der Neuro- und Mentalpsychologe DDDr. Karl Isak, der für Übergewichtige eine psychologische Methode zum Abnehmen entwickelt hat. Über die Schädlichkeit von Zucker gibt es keinen Zweifel mehr. Der Zusammenhang von Zucker und der Aktivierung von Endorphinen und Dopamin ist ebenso unumstritten. Die meisten Lösungen sind symptomorientiert. Deshalb ist eine Ernährungsumstellung auch so schwer. Wenn also die Dopaminproduktion fehlt oder unzureichend ist, dann brauchen die Betroffenen hierfür zuerst einen Ersatz bzw. einen Ausgleich, kommentiert Isak – „und dieser ist psychologisch mittels der psyslim-Methode herzustellen“. Die Methode zielt darauf ab, dass man weiterhin essen kann, was man möchte. Aber man wird natürlich kein Suchtverhalten mehr haben und die Mengen reduzieren.

 

Foto: dreamstime_10146399-kornilovdream

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Eine Versuchung, die krank macht

Zu welcher Nahrung wir auch greifen – fast immer ist Zucker darin enthalten, und zwar in direkter oder indirekter Form – u. zw. als Kohlenhydrat. Der durchschnittliche Mitteleuropäer nimmt täglich rund 120 Gramm Zucker zu sich, das sind 34 Kilogramm pro Jahr. Hier ist der Zuckerkonsum in Form von Kohlenhydraten – als Brot und Nudeln – noch gar nicht mit eingerechnet. Ernährungswissenschaftler sind sich einig, dass das viel zu viel ist. Zucker ist ein wichtiger Energielieferant für Körper und Gehirn, nur kann der Körper diese ihm zugeführte Menge nicht verarbeiten. In Folge wandelt er schließlich die überschüssigen Mengen in Fett um. Die Menge Zucker, die wir tagtäglich zu uns nehmen – 120 Gramm – enthält 500 Kalorien. Das ist ein Viertel des täglichen Kalorienbedarfs eines 180 cm großen und 85 kg schweren Fünfzigjährigen, mit geringer körperlicher Tätigkeit. Zuviel Zucker ist also definitiv ungesund und führt zu Übergewicht bzw. auch zu noch weit schwereren Krankheiten.

Wir brauchen Zucker

Vorweg muss betont werden, dass Zucker für den Energiehaushalt des Menschen notwendig ist. Sowohl für Gehirn-, wie auch für körperliche Leistungen benötigt der Mensch Zucker. Allerdings stellt der Körper Zucker in schonender Form aus Kohlenhydraten her. Wenn wir also ein Stück Brot essen, erhalten wir ebenso die notwendige Energiezufuhr. Zucker ist überall enthalten. Wenn wir unseren Kaffee oder Tee süßen, ist es uns klar, wie viel Zucker wir mittels Teelöffels oder Würfels in unser Getränk hineingeben. Bei anderen Lebensmitteln sehen wir die Zuckermenge nicht. Zucker ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten – oft ohne, dass uns dies bewusst ist. Klar wissen wir, dass eine süße Schokolade oder ein Bonbon Zucker enthält, aber wer weiß schon, dass nur 50 Gramm Ketchup bis zu 11 Gramm Zucker enthält? Der beliebte Eistee als Durstlöscher enthält in der Halbliterflasche rund 40 Gramm Zucker und ein harmloses Fruchtjoghurt (180g) kann mit bis zu 20 Gramm Zuckeranteil aufwarten. In Saucen, Fertigwürzen, Suppen und vor allem in Softdrinks, sind mehr oder weniger große Mengen an Zucker enthalten. Eine Literflasche Cola enthält rund 100 Gramm Zucker – das sind 40 Stück Zuckerwürfel. Würden Sie einen selbst zubereiteten Durstlöscher für Ihre Kinder mit 40 Stück Zuckerwürfeln bedenkenlos süßen? Eher nicht!

Zucker macht dick

Hier scheiden sich die Geister. Zucker, wie auch andere Kohlenhydrate (zum Beispiel Brot oder Nudeln), können in der Tat nicht so einfach in Fett umgewandelt werden. Allerdings hebt Zucker deutlich den Insulinspiegel und begünstigt damit den Einbau von Fett bzw. hemmt gleichzeitig den Abbau der Fettdepots. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, macht Zucker also nicht direkt dick, aber in einer indirekten Art und Weise sehr wohl, da wir immer auch Fette zu uns nehmen. Es gibt aber auch klare Aussagen, dass Zucker in Fett umgewandelt wird, dann nämlich, wenn der Energiebedarf schon gedeckt ist, meint Dieter Johnsen vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Die Zuckerindustrie propagiert die Aussage, dass Zucker nicht dick macht, gibt aber gleichzeitig auch zu, dass bei großen Mengen von zugeführten Kohlenhydraten, wie z.B. Zucker, es zu einer Neubildung von Fett kommt. Das Problem der heutigen Gesellschaft ist es, dass wir die aufgenommene Energiemenge nicht mehr verwerten können.

Zucker macht abhängig

Eltern, deren Kinder aggressiv werden, wenn diese einmal auf ihre Zuckerration verzichten müssen bzw. nicht genügend Süßigkeiten verfügbar haben, wissen über die Zuckersucht zu berichten. Über Zuckersucht wird auch in Frauenzeitschriften und Ernährungsratgebern geschrieben, allerdings ist die Zuckersucht nicht allerorts anerkannt und wissenschaftlich umstritten. Hier könnte die Arbeit einer amerikanischen Universität Licht ins Dunkel bringen. Denn gleich mehrere Studien der Princeton Universität anhand von Ratten weisen darauf hin, dass es sich beim Verlangen nach Süßigkeiten doch um eine Sucht im engeren Sinne handelt. Ja, diese weisen sogar die Merkmale einer Drogenabhängigkeit auf.

Der Studienleiter und Neurowissenschaftler Bart Hoebel erklärt die Ursache dafür mit der Wirkung von Zucker auf das Gehirn: Die weißen Kristalle fördern dort die Herstellung von natürlichen Opiaten. „Das Gehirn wird von seinen eigenen Opiaten genauso abhängig wie von Morphium oder Heroin“, so Bart Hoebel. „Drogen haben zwar eine stärkere Wirkung, aber der Prozess ist im Grunde derselbe.“ Große Mengen an Zucker ziehen neurochemische Veränderungen nach sich – wie auch Kokain, Morphin oder Nikotin. Durch den Zucker kommt es zu einer Veränderung der Zahl der Dopamin- und Opioid-Rezeptoren im Gehirn.

Zucker macht krank

Zucker ist für eine Unzahl heutiger Zivilisationskrankheiten haupt- oder mitverantwortlich. Zuviel Zucker führt zu Zahnkaries und Parodontose, zu Krankheiten des Verdauungsapparates, zu Herz-  Kreislauferkrankungen, inklusive der Arteriosklerose, zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, zu Diabetes mit ihren z.T. schlimmen Folgekrankheiten, zu Leber- und Gallenstörungen, zu Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Übergewicht, zu Krankheiten des Bewegungsapparates (z.B. Rheuma, Gicht, …) und zu Krankheiten des Nervensystems und soll sogar für Krebserkrankungen mitverantwortlich sein. Zu all diesen Krankheiten gibt es fundierte wissenschaftliche Studien.

Die diplomierte Gesundheits- und Ernährungsberaterin Erica Bänzinger verweist auf eine australische Studie, bei welcher unter anderem nachgewiesen wurde, dass der heutige Zuckerverzehr ein Risikofaktor für die Entstehung von Gallensteinen darstellt. Gemäß Bänzinger kann Zucker aufgrund seiner stark säurebildenden Wirkung auch die Nierensteinbildung begünstigen. Denn um diese Säurewirkung zu neutralisieren, benötigt der Organismus unter anderem auch größere Mengen an basenbildendem Calcium. Dies wird vermehrt über die Nieren ausgeschieden und kann dort bei entsprechender Veranlagung zu Nierensteinen führen. Krankheiten wie Rheuma und Arthrose werden ebenfalls durch diese Säurewirkung begünstigt.

Zucker ist ein Vitalstoffräuber

Unsere „modernen“ Nahrungsmittel enthalten kaum mehr Vitalstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente usw. Denken wir nur an kernloses Obst oder an das weiße (leere) Brot. Dazu kommt noch, dass beim Zuckerstoffwechsel zahlreiche Vitalstoffe – wie z.B. Calcium, Zink, Chrom – benötigt werden und Zucker somit zu einem Vitalstoffräuber wird. Ein anhaltendes Vitalstoffdefizit begünstigt die Entstehung zahlreicher Krankheiten. Schweizer Studien bestätigen, dass rund ein Drittel der Schulkinder einen Mangel an lebenswichtigen Mineralstoffen aufweisen.

Alternativen zu Zucker

Zucker ist ein Genussmittel, das sich in vielen Lebensmitteln versteckt und dem wenig Gutes nachgesagt wird. Kohlenhydrate, wie Getreide, können den Genussfaktor nicht abdecken. Es muss also „zuckersüß“ sein. Von künstlich hergestellten Süßstoffen wie z.B. Aspartam, Saccharin oder Cycklamat wird seitens Ernähungsexperten abgeraten – diesen Kunstprodukten werden schädliche Wirkungen nachgesagt und sie sind in einigen Ländern sogar verboten. Honig ist eine schmackhafte Alternative, der im Gegensatz zu raffiniertem Zucker (egal ob weiß oder braun) viele Zusatzstoffe beinhaltet, aber dennoch sehr zuckerähnlich ist und auch viele Kalorien hat. Eine echte Alternative scheinen Süßstoffe, die aus der Steviapflanze gewonnen werden, zu sein. Dieses Naturprodukt ist seit einigen Jahren auch in Europa freigegeben und kann unter www.stevitas.at bestellt werden.

Psychologische Lösungen

Zucker ist zwischenzeitlich als Suchtmittel anerkannt. Will man davon loskommen bzw. den Konsum reduzieren, kommt man um psychologische Lösungen nicht herum. Letztendlich sind solche Lösungen aber auch durchaus einfacher, weil sie einerseits die Ursache berücksichtigen und andererseits neue neuronale Bahnungen im Gehirn schaffen können. Das gilt zumindest für die vom Institut für psychologisches Abnehmen entwickelte psyslim-Methode.

 

Foto: shutterstock_47766907-Ashaki

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail